Romane entsprechen nicht der Realität. Liebesromane erst recht nicht, von ihren Verfilmungen ganz zu schweigen. Da geht es dann vorrangig nur darum, dem Zuschauer das zu bieten, was er sehen möchte. Und das ist nur selten die Realität. Wer geht schon ins Kino, um zu sehen wie ... naja, das ist eine andere Geschichte.
Das Gesamtpaket der Romane entspricht also nicht der Wirklichkeit. Einzelne Textstellen jedoch schon. Jeder Mensch hat andere Gedanken und Gefühle. Für jeden Menschen entsprechen verschiedene Textstellen der jeweiligen Realität. Verändern sich die Situationen des Menschen, so verändern sich auch die jeweiligen Textstellen.
Das klingt unglaublich dämlich, doch finde ich es interessant, wie unterschiedlich man bestimmte Buchstellen aufnimmt. Und ich meine nicht von Person zu Person unterschiedlich, sondern von der eigenen Situation unterschiedlich.
In den letzten Monaten hatte ich ein Lieblingsbuch, die Verfilmung wurde zu meinem Lieblingsfilm (kaum zu glauben, aber wahr). Doch jetzt (wo eeeendlich die Dvd erschienen ist) lassen sich ganz andere Stellen auf mein Leben beziehen und entsprechen dadurch für mich der Realität. Wenn ich das Buch und den Film jedoch als Gesamtpaket beschreiben müsste, wären meine Worte: "Ein Mädchenfilm. Gut, aber unrealistisch".